Kadertag vom 25. Juni 2011
Das bereits seit Jahren äusserst erfolgversprechende Kadertag-Modell: morgens Ausbildung, nachmittags gemütlicher Teil, hat sich erneut bestens bewährt. Während des Morgenprogramms beschäftigten wir uns mit ausbildungs- und feuerwehrtechnischen Aspekten wie der neuen 5-Finger-Übungsbesprechung, lehrreichen Informationen und Filmaufnahmen zu den Themen Flashover und Backdraft, zu Folgen von Solar- und Photovoltaikpanels für die Feuerwehr im Einsatz sowie der Umgang mit den neuen Fanions, welche das Anzeichnen und Interpretieren eines simulierten Schadensfalls für Übungen stark vereinfachen.
Nach dem interessanten und gut vorbereiteten Morgen folgte bereits das ebenfalls traditionelle gemeinsame Mittagessen im Schütz. Nur dank der grossen Flexibilität des Service-Personals, gewisse Angehörige des Kaders jeweils frühzeitig mit den Menügängen zu bedienen, war es möglich, dass alle ihr Essen zur selben Zeit auch gemeinsam abschliessen konnten.
Weiter ging es in MT und Familienkommandowagen des Kommandanten nach Arbon zwecks Besichtigung des Saurer-Museums. Pünktlich um 15 Uhr konnte der geführte Rundgang durch das Saurer-Museum unter kundiger Leitung eines ehemaligen Mitarbeiters der Saurerwerke beginnen. Obwohl der einführende geschichtliche Abriss der Firma Saurer von Noahs Arche (evtl. bereits mit Saurer-Schiffsdiesel?) bis zum heutigen Datum den einen vielleicht etwas trocken und langatmig vorkam, beinhaltete er doch interessante Tatsachen, z.B. dass eine Einbürgerung um 1852 ca. Fr. 1'000.- gekostet hatte. Dies führte natürlich sofort zu spontanen und praktisch einstimmigen Sympathiekundgebungen sowie Wiedereinführungs-Petitionen unsererseits. Die gerade gestartete Grundsatzdiskussion wurde jedoch abrupt unterbrochen, es folgte der von allen ersehnte Rundgang durch Generationen von Fahrzeugen, Maschinen und Technik.
Die Besichtigung begann mit Saurer-Stickmaschinen, welche den Fortschritt der technischen Entwicklung von der ursprünglichen manuellen Bedienung bis zur extrem ausgeklügelten mechanischen und vollautomatischen Steuerung eindrücklich demonstrierten. Ein aufliegendes Muster schönster Stickerei diente als Beweis dafür, dass das Kleid, welches Michelle Obama anlässlich der präsidialen Wahl ihres Gatten getragen hatte, eben auf einer Saurer-Stickmaschine hergestellt wurde. Der Schönheit des Stoffmusters zum Trotz war von einem Vertreter unserer Feuerwehr zu vernehmen, dass textile Beläge auf Frauen grundsätzlich als Verpackungsmaterial betrachtet würden. Gegenüber solchen Einwürfen zeigte sich die uns begleitende Fachperson aber erstaunlich resistent.
Endlich folgte die von allen mit Spannung erwartete Besichtigung der Motoren- und Lastwagenexponate, gespannt folgten wir den interessanten Ausführungen über die Hintergründe sowie die technische Details der Ausstellungsobjekte. Frühe Lastwagen waren noch mit Benzinmotoren ausgestattet, erst später wechselte man zu den Dieselmotoren, an welchen zuvor noch länger mehr oder weniger erfolglos experimentiert wurde. Erst mit der Entwicklung entsprechend gestalteter Kolbenoberflächen und Einspritztechniken gewannen die Dieselmotoren an Kraft bei gleichzeitig reduziertem Treibstoffverbrauch und verdrängen seither die Benziner aus den Lastwagen. Interessant war zudem, dass gewisse modern anmutende Technologien, wie z.B. Turbolader, in Saurermotoren bereits seit den 40er-Jahren serienmässig integriert waren.
Die zahlreichen ausgestellten Fahrzeuge und Lastwagen sowie deren Hintergründe imponierten und beeindruckten, wenn sich auch kaum einer von uns persönlich an die ganz alten Jahrgänge (1911 bis ca. 1949) zu erinnern vermochte. Dies änderte aber schlagartig mit Fahrzeugen ab ca. Jahrgang 1950, waren doch die meisten der männlichen Anwesenden während ihrer Militärdienstzeit noch mit derartigen Fahrzeugen (M4, M6, M8, 2 DM, 5 DM) konfrontiert und kurvten, meist mehr oder weniger freiwillig, sogar noch mit ihnen herum. Zeitweise war es schwierig herauszufinden, ob nun das Ausstellungsobjekt (ADL der Feuerwehr Herisau) selbst oder gewisse Angehörige unserer Feuerwehr Gegenstand der Ausstellung war. Als letztes und jüngstes Exemplar der Ausstellung war ein 290er-Saurer LKW zu betrachten, welcher manche Erinnerung an Bubenträume weckte, selbst einmal ein solches Gefährt zu pilotieren.
Der Rundgang endete konsequenterweise ebenfalls im textilen Bereich mit Saurer-Webmaschinen, welche mit eindrücklichen technischen Daten aufwarteten und von einer Nachfolgefirma immer noch hergestellt werden. An dieser Stelle bereits herzlichen Dank an unseren Kommandanten Stefan, welcher die Besichtigung des Saurer-Museums organisiert hat!
Die anschliessende Heimfahrt verlief mehrheitlich ohne Zwischenfälle. Die aufgestockten Getränkevorräte stellten die für derartige Fahrten notwendige Grundversorgung sicher, machten sich aber gegen Ende der Fahrt aufgrund einer fehlenden Bord-Toilette im MT (Budgetplanung!) da und dort deutlich bemerkbar.
Den Abend verbrachten wir gemeinsam im Schützenhaus Dicken beim gemütlichen Beisammensein und Essen. Die mitgebrachten tollen Salate und Beilagen, das von Albin sensationell grillierte Fleisch sowie die unglaublich feinen Desserts liessen jeden Gault-Millau-Spunten zu einem unbedeutenden Nichts verkommen! Herzlichen Dank allen, die mitgeholfen und zubereitet haben, es war alles absolut top!
Ebenfalls ein herzlicher Dank gebührt Guido und Willi, sie haben am Nachmittag für uns das Dorf gehütet und wären im Ernstfall bereit gewesen, die Einsatzleitung zu übernehmen. Und last, but not least ein herzlicher Dank an Iwan und Heiri, sie haben uns ermöglicht, den rundum gelungenen und schönen Tag zusammen mit unseren Angehörigen im Schützenhaus zu beschliessen.
mst
Hier noch einige Eindrücke vom Tag:
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